Dr. Julie Schreiner gehört nun zum Kranoldpraxis-Team

Zum 1. März wird die Fachärztin für Innere Medizin unser Team bereichern, das zugleich den Weggang von Juliane Gonzaga Silveira bedauert.

Mit ihren Schwerpunkten Gastroenterologie und Sonografie war Juliane Gonzaga Silveira eine wichtige Stütze des Kranoldpraxis-Ärztekollegiums, seit sie im vergangenen Frühsommer ihren Dienst aufgenommen hatte. Leider möchte sie sich beruflich umorientieren und ist daher zu Ende Februar aus dem Praxisteam ausgeschieden.

„Wir bedauern sehr, dass Frau Gonzaga sich entschieden hat, zukünftig andere Wege zu gehen, denn sie ist nicht nur eine hervorragende Ärztin, sondern auch eine sehr angenehme Kollegin. Für die Zukunft wünschen wir ihr alles erdenklich Gute“, fasst Dr. Rüdiger Zorn, Inhaber der Kranoldpraxis, die Gefühle der Belegschaft zusammen.

Die Lücke, die Frau Gonzagas Weggang reißt, ist jedoch bereits gefüllt, und zwar mit einer ebenfalls hochkompetenten Medizinerin: Dr. med. Julie Schreiner, Fachärztin für Innere Medizin und spezialisiert auf Nephrologie, Gastroenterologie, Sonografie und Diabetes mellitus.

Eine weitere gute Nachricht für die Kranoldpraxis-Patienten: Dr. Michel de Rocco bietet ab sofort erweiterte Sprechzeiten an. Das umformierte Praxisteam freut sich auf die „neue“ Zeit, in der hinsichtlich der hohen Qualitätsansprüche, die in der Kranoldpraxis gelten, alles „beim Alten“ bleibt.

Kranoldpraxis jetzt mit Raumluftreinigern gegen Corona

Ab sofort wird die Luft in den Räumen der Kranoldpraxis mit hochwertigen Filtern gereinigt – und so das Risiko einer Infektion (nicht nur) mit SARS-CoV-2 minimiert.

Die zweite Welle der Covid-19-Pandemie überrollt Deutschland mit einer Wucht, die noch vor Kurzem die wenigsten für möglich gehalten haben. Ein wesentlicher Faktor dabei sind die niedrigeren Temperaturen, die zur Folge haben, dass die Menschen verstärkt in Innenräumen zusammenkommen. Dort verflüchtigen sich die winzigen infektiösen Aerosole – nach jetzigem Kenntnisstand der SARS-CoV-2-Hauptübertragungsweg – nicht so gut wie im Freien. Stattdessen reichern Sie sich in der Raumluft an und erhöhen die Ansteckungsgefahr.

Kräftig zu lüften kann dieses Risiko reduzieren, führt jedoch in der kalten Jahreszeit zu unangenehmen Raumtemperaturen. Einfache Mund-Nasen-Masken wiederum bieten keinen ausreichenden Schutz gegen eine Infektion. Es gibt jedoch eine Möglichkeit, Innenräume weitestgehend von infektiösen Aerosolen zu reinigen, ohne die Aufenthaltsqualität zu beeinträchtigen: die Filterung mit hocheffektiven Filtern der Klasse H14.

Um den Praxisbetrieb auch in der zweiten Pandemiewelle bedenkenlos aufrechterhalten und den Patienten optimalen Infektionsschutz bieten zu können, hat die Kranoldpraxis nun Raumluftreiniger mit Hepa-H14-Filtern installiert. „Unsere Patienten sollen mit der beruhigenden Gewissheit zu uns kommen können, dass wir alles zur Minimierung des Infektionsrisikos tun. Es wäre gefährlich, wenn sie Arzttermine aus Sorge vor eine Ansteckung aufschöben – schließlich bedürfen ihre Beschwerden und Erkrankungen auch während einer Pandemie einer Behandlung, bei der der Zeitfaktor meist eine wichtige Rolle spielt“, erklärt der Kardiologe Dr. Rüdiger Zorn, der die internistische Praxis in Berlin-Lichterfelde leitet. „Zudem schützen wir als Praxisteam uns mit den Raumluftreinigern auch selbst vor einer Infektion, die den Praxisbetrieb lahmlegen könnte. Wir möchten gerade in diesen schwierigen Zeiten fortwährend für unsere Patienten da sein können.“

Münchener Studie bestätigt Wirksamkeit der Raumluftfilter
Ein Team um Prof. Dr. Christian Kähler vom Institut für Strömungsmechanik und Aerodynamik der Universität der Bundeswehr München hat die Wirkung der H14-Raumluftfilter untersucht. Das Ergebnis fiel positiv aus: „Die Ergebnisse zeigen, dass die Aerosolkonzentration in einem Raum mit einer Größe von 80 m2 innerhalb kurzer Zeit überall auf ein geringes Maß reduziert werden kann. Damit stellen Raumluftreiniger mit großem Volumenstrom und hochwertigen Filtern der Klasse H14 aus unserer Sicht eine sehr sinnvolle technische Lösung dar, um in Schulen, Büros, Geschäften, Wartezimmern, Gemeinde- und Vereinshäusern, Aufenthalts- und Essensräumen etc. die indirekte Infektionsgefahr durch Aerosole stark zu verringern“, resümieren die Wissenschaftler.

Der Studienbericht kann auf der Homepage der Universität der Bundeswehr unter diesem Link als PDF eingesehen werden.

Wir wünschen ein frohes Fest – und sind für Sie da!

Unsere Öffnungszeiten rund um die Festtage: Am 23., 28. und 29. Dezember stehen wir Ihnen für Notfälle zur Verfügung.

Ein höchst denkwürdiges Jahr geht seinem Ende entgegen. Auch die Festtage und die Zeit „zwischen den Jahren“ werden nicht wie gewohnt verlaufen können. Umso mehr wünscht das gesamte Team der Kranoldpraxis allen Patientinnen und Patienten einige unbeschwerte und freudige Tage zum Jahresausklang.

Frohe Weihnachten und ein gesundes, glückliches neues Jahr!

An Heiligabend, den beiden Weihnachtsfeiertagen sowie am 30. (Jahresabrechnung) und 31. Dezember bleibt unsere Praxis geschlossen. In Notfällen sind wir am 23., 28. und 29. Dezember hingegen für Sie da.

Wir hoffen, mit Ihnen gemeinsam einem erfreulicheren neuen Jahr entgegenzugehen, und danken für Ihre Treue.

Lakritz im Übermaß kann die Herzgesundheit gefährden

Der tragische Fall eines Lakritz-Liebhabers in den USA, der an den Folgen exzessiven Konsums der Süßigkeit verstarb, wirft ein Schlaglicht auf einen ungünstigen Nebeneffekt der Nascherei.

Dass Süßigkeiten generell gesundheitlich nicht zu empfehlen sind, kann als Allgemeingut gelten. Sowohl Zucker als auch Fett und Salz schädigen in hohen Maßen auf Dauer das Herz-Kreislauf-System ebenso wie andere Organe. Eine besondere, bisher kaum bekannte Gefährdung geht allerdings von Lakritz aus.

„Der Ausgangsstoff für Lakritz ist die Süßholzwurzel, die Glycyrrhizinsäure enthält. Diese ist dafür berüchtigt, ein Enzym zu hemmen, das Cortisol abbaut. Durch den Konsum von Lakritz steigt daher der Cortisolspiegel“, erläutert der Herzmediziner und Internist Dr. Rüdiger Zorn von der Kranoldpraxis in Berlin-Lichterfelde. „Wenn man gesund ist und in Maßen davon nascht, ist das unbedenklich. Bei übermäßigem Verzehr können allerdings Bluthochdruck, eine metabolische Alkalose und im Extremfall Niereninsuffizienz und Arrhythmien begünstigt bzw. ausgelöst werden.“

Kaliummangel liefert Hinweis
Ein geringer Kaliumspiegel im Blut kann als Indiz für eine „Lakritzvergiftung“ gelten. So war es auch bei einem US-amerikanischen Patienten, dessen Fall kürzlich weltweit für Schlagzeilen sorgte. Der 54-Jährige war mit einem Herzstillstand in die renommierte Harvard Medical School in Boston gebracht worden. Die Ärzte versorgten ihn mit den üblichen Akutmaßnahmen, doch sein Zustand verbesserte sich nicht, was die Behandler vor ein Rätsel stellte. 32 Stunden nach der Aufnahme in die Klinik verstarb der Mann.

Auffällig erschien den Ärzten vor allem der Kaliummangel des Patienten. Die Lösung erfuhren sie bei Gesprächen mit dessen Familie: Etwa drei Wochen zuvor war er, ein ausgeprägter Bonbon-Liebhaber, von Frucht- auf Lakritzbonbons umgestiegen. Davon hatte er täglich eine oder zwei Großpackungen verzehrt.

Da die Ärzte intensiv Ursachensuche betrieben haben und keine andere plausible Erklärung finden konnten – aber auch weil die Symptomatik typisch für einen sogenannten Pseudohyperaldosteronismus infolge eines zu hohen Cortisolspiegels war –, haben sie den exzessiven Lakritzkonsum des Patienten als maßgeblichen Faktor für dessen frühen Tod identifiziert. Dieser sollte insbesondere für kardiovaskulär vorbelastete Menschen eine Mahnung sein, Süßigkeiten allenfalls hin und wieder in geringen Maßen zu genießen.

Warum eine Grippeimpfung den Herztod verhindern kann

Kardiovaskuläre Ereignisse haben einen hohen Anteil an den Todesfällen klinisch behandelter Grippepatienten, wie eine neue Studie belegt. Herzpatienten sollten sich mit Impfschutz gegen dieses Risiko wappnen.

Die Grippesaison steht wieder bevor, diesmal möglicherweise in unseliger Kombination mit einem Erstarken der Covid-19-Pandemie. Die Krankenhäuser blicken strapaziösen Monaten entgegen. Umso wichtiger ist es, sich vor der Influenza-Welle in Acht zu nehmen – bestenfalls mit einer Impfung.

Diese Empfehlung gilt besonders für Herzpatienten, die etwa unter Vorhofflimmern, KHK, Diabetes, Nieren- oder Herzinsuffizienz leiden. Denn ihr Sterberisiko ist bei einem schweren Grippeverlauf besorgniserregend hoch. So muss jeder dritte ins Krankenhaus eingelieferte Grippepatient mit einer oder mehreren dieser Vorerkrankungen intensivmedizinisch behandelt werden, 7,3 Prozent überleben die Influenza nicht.

So lautet ein Ergebnis einer Studie des US-Center for Disease Control (CDC), das Daten von über 80.000 klinisch behandelten Influenzapatienten aus den Jahren 2010 bis 2018 ausgewertet hat. Von dieser Gesamtheit erlitten 11,7 Prozent im Krankenhaus ein kardiovaskuläres Ereignis, am häufigsten eine akute Herzinsuffizienz (6,2 Prozent) oder ein akutes Koronarsyndrom (5,7). Als besonders heikel gelten atherosklerotische Vorerkrankungen.

„Sekundärprävention kann Leben retten“
Fazit der Studie: Wegen der hohen Gefährdung für Patienten mit Herz-Kreislauf-Vorerkrankungen ist eine Influenza-Impfung für diese Gruppe besonders wichtig. Das sieht auch der Herzmediziner Dr. Rüdiger Zorn von der Kranoldpraxis in Berlin-Lichterfelde so: „Für Herzpatienten ist eine Grippeimpfung eine Maßnahme der Sekundärprävention, die ihr Leben retten kann. Auch wenn nicht alle Grippestämme abgewehrt werden können, verschafft eine Impfung doch ein gutes Stück Sicherheit.“

Wie die CDC-Studie gezeigt hat, sinkt das Risiko für schwere kardiovaskuläre Ereignisse auch dann signifikant, wenn geimpfte Patienten sich einen Grippestamm einfangen, gegen den sie nicht direkt immun sind. Hinzu kommt aktuell auch das Covid-19-Risiko: Eine Doppelinfektion mit Corona- und Influenzavirus kann nicht ausgeschlossen werden. Diese keineswegs nur theoretische Bedrohung sollte soweit möglich mit einer geeigneten Impfung abgewendet werden.

Liegt Übergewicht in den Genen?

Dass manche Menschen „von Natur aus“ anfälliger für Übergewicht sind als andere, ist kein Mythos. Doch weitaus wichtiger als die Gene sind Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten.

Übergewicht und Fettleibigkeit haben in vielen reichen Industriestaaten, so auch in Deutschland, epidemische Ausmaße erreicht. Rund die Hälfte der Erwachsenen hierzulande sind zu dick, Männer (60 Prozent) häufiger als Frauen (40). Ein knappes Viertel beider Geschlechter gilt sogar als fettleibig, weist also einen Body-Mass-Index-Wert von mindestens 30 auf.

Darin liegt nicht nur ein ästhetisches Problem. Viel gravierender sind die gesundheitlichen Risiken, die ein dauerhaft zu hohes Gewicht mit sich bringen kann. „Übergewicht und insbesondere Adipositas stellen ernst zu nehmende kardiovaskuläre Risikofaktoren dar“, betont der Kardiologe und Internist Dr. Rüdiger Zorn von der Kranoldpraxis in Berlin-Lichterfelde. „Zu den häufigen Folgeerscheinungen gehören etwa Diabetes mellitus, Bluthochdruck und koronare Herzkrankheit, womit letztlich das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko steigt. Auch eine Demenzerkrankung wird wahrscheinlicher.“

Weitverbreitet ist der Eindruck, dass das Übergewichtsrisiko wiederum ungleich verteilt ist – dass also manche Menschen Essen förmlich nur „angucken“ müssen, um zuzunehmen, während andere scheinbar hemmungslos schlemmen können und dennoch schlank bleiben. Wie vor allem die Forschungen von Harvard-Wissenschaftlern um den Kardiologen Sekar Kathiresan belegen, hat diese Wahrnehmung einen wahren Kern: Wie schnell wir übergewichtig werden, ist tatsächlich in unseren Genen angelegt. Menschen mit einer entsprechenden Veranlagung fällt es somit schwerer, ihr Normalgewicht zu halten.

Sport und gesunde Ernährung sind der Schlüssel
Ist Übergewicht mithin schicksalhaft? Mitnichten. Denn viel entscheidender als die genetische Disposition sind die Lebensgewohnheiten. Anders ausgedrückt: Wer zu viele Kalorien zu sich nimmt und sich zu wenig bewegt, wird ohnehin auf kurz oder lang dick. Wer dagegen auf gesunde Ernährung setzt und häufig Sport treibt, wird dafür mit einem Normalgewicht und entsprechender Fitness und Gesundheit belohnt.

Ein genetisch hohes Übergewichtsrisiko ist demnach kein Anlass zur Resignation – sondern sollte als zusätzliche Triebfeder genutzt werden, sich um einen gesunden Lebenswandel zu bemühen.

Warum leiden mehr Ostdeutsche unter Herzinsuffizienz?

Eine aktuelle Studie belegt, dass in Ostdeutschland wesentlich mehr Menschen an Herzinsuffizienz leiden und versterben als im Westen. Die Gründe sind unklar.

Die Herzinsuffizienz ist generell in Deutschland auf dem Vormarsch. Wurden im Jahr 2000 noch rund 239.700 Fälle registriert, so stieg diese Zahl bis 2017 auf circa 464.700 – ein Plus von 94 Prozent. Der Grund liegt auf der Hand, wie der Kardiologe und Internist Dr. Rüdiger Zorn von der Kranoldpraxis in Berlin-Lichterfelde ausführt: „Das Risiko einer Herzinsuffizienz steigt mit dem Alter. Dass die Kurve in Deutschland nach oben zeigt, dürfte daher im Wesentlichen auf die Alterung der Gesellschaft zurückzuführen sein – die Menschen leben immer länger, auch mit einem angeschlagenen Herzen.“

So weit, so nachvollziehbar. Vor einem Rätsel stehen die Forscher jedoch bei signifikanten Unterschieden zwischen Ost- und Westdeutschland: Wie Wissenschaftler der Universitätsmedizin Greifswald in „HFS Discoveries“ berichten, sterben in den östlichen Bundesländern im Schnitt 65 Menschen pro 100.000 Einwohner an Herzinsuffizienz, im Westen dagegen nur 43 (Stand 2017). Insbesondere Sachsen-Anhaltiner und Thüringer sind von dem Leiden stark betroffen. Der Anstieg der Herzinsuffizienz-Prävalenz zwischen 2000 und 2017 betrug im Osten 118,5 Prozent, im Westen 88,3 Prozent.

Hinsichtlich der Ursache für diese Kluft tappen die Forscher im Dunkeln; infrage kommt eine unterschiedliche Exposition gegenüber Risikofaktoren oder auch eine abweichende Versorgungsstruktur. Weitere Forschungen werden sich dieses Rätsels annehmen müssen.

COVID-19 lässt das Blut verklumpen

Weil COVID-19 die Blutgerinnung aus dem Takt bringt, drohen schwere Thrombosen und Lungenembolien. Gerinnungshemmer finden daher immer öfter in der Therapie Anwendung. Es gibt zudem Hinweise auf eine vorbeugende Wirkung von Heparin & Co.

Noch ist die COVID-19-Forschung so jung, dass sie fast im Wochentakt neue relevante Erkenntnisse hervorbringt. Die meisten bestätigen die Einzigartigkeit der Erkrankung, für deren Symptomatik es keinen Vergleich in den Lehrbüchern gibt. Dass kardiovaskuläre Vorerkrankungen einen erheblichen Risikofaktor darstellen, ist bereits länger bekannt. Nun ist auch die Blutgerinnung verstärkt in den Fokus gerückt.

Wie Studien in den Niederlanden und China belegt haben, bringt COVID-19 die Blutgerinnung gehörig durcheinander. So wurde bei fast jedem dritten von 184 Patienten, die in den Niederlanden intensivmedizinisch behandelt wurden, eine Thrombose oder Lungenembolie entdeckt. Chinesische Forscher wiederum untersuchten die Beinvenen von 143 schwer an COVID-19 erkrankten Patienten per Ultraschall: Fast jeder zweite hatte eine tiefe Venenthrombose (TVT) entwickelt. Auch aus anderen Ländern sind Auswertungen bekannt, die diese Erkenntnisse untermauern.

Die Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung rät COVID-19-Behandlern deshalb dazu, jedem klinischen Patienten vorsorglich den Blutverdünner Heparin zu verabreichen, und zwar in hoher Dosis und auch ohne konkrete Indikation. Zudem sollte eine solche Medikation auch im Rahmen einer ambulanten Behandlung grundsätzlich in Erwägung gezogen werden, sofern keine Kontraindikation vorliegt.

Sind Blutverdünner zur COVID-19-Vorbeugung geeignet?
Zweifelsfrei fest steht also, dass COVID-19 das Thromboserisiko erhöht. Uneinheitlich ist die Forschungslage derzeit aber bei der Frage, ob die Einnahme von Gerinnungshemmern einem schweren Verlauf von COVID-19 vorbeugen kann. Die niederländischen Forscher verweisen darauf, dass auch bei prophylaktisch mit einem Medikament gegen Thrombose behandelten Patienten schwere Blutgerinnungsstörungen auftraten.

Ihre chinesischen Kollegen indes stellten durchaus fest, dass thrombosegefährdete Patienten, gemessen am sogenannten Padua-Score, signifikant häufiger eine TVT entwickelten, wenn sie zuvor keine Medikamente zur Thromboseprophylaxe erhalten hatten. Die Datengrundlage für diese Aussage ist allerdings dünn, weitere Forschungen müssen die Hinweise noch verifizieren.

Mit Sicherheit lässt sich dagegen konstatieren, dass die Einnahme von Hydroxychloroquin zur COVID-19-Vorbeugung und/oder -Behandlung keine gute Idee ist – auch wenn einige politische Führungsfiguren hartnäckig an diesem Mythos festhalten. Wie erste Studienergebnisse zeigen, ist das Malariamittel nicht nur wirkungslos gegen COVID-19. Es birgt auch erhebliche kardiovaskuläre Risiken und kann die Sterblichkeit erhöhen. Derart potente Arzneien sollten niemals ohne Konsultation eines Arztes eingenommen werden.

Die Kranoldpraxis sagt Adieu und Willkommen

Unser Praxisteam durchlebt eine Erneuerung: Nachdem Frau Dr. Tosse in den Ruhestand gegangen ist, werden ab Juni Frau Gonzaga Silveira und Herr Dr. de Rocco ihre ärztliche Kompetenz und Erfahrung einbringen.

Für viele unserer Patienten war und ist es eine betrübliche Nachricht: Dr. Anette Tosse hat ihren Ruhestand, den sie eigentlich erst im Sommer antreten wollte, auf eigenen Wunsch vorverlegt und unsere Praxis bereits zum 31. März verlassen. Seit 2012 war sie eine allseits geschätzte Kollegin in unserem Team.

„Wir bedauern Frau Dr. Tosses vorzeitigen Abschied sehr, sowohl uns als auch unseren Patienten wird sie sehr fehlen“, fasst Dr. Rüdiger Zorn die Reaktionen auf die Entscheidung zusammen. „Leider konnten wir sie auch nicht gebührend in feierlichem Rahmen verabschieden, da die Corona-Distanzbestimmungen das nicht zuließen. Ebenso wenig war es ihr möglich, sich von ihren Patienten angemessen zu verabschieden – denen sie aber ihre besten Wünsche ausrichten lässt. Wir danken ihr herzlich für die tollen gemeinsamen Jahre im Team und wünschen ihr einen langen gesunden und erfüllenden Ruhestand.“

Immerhin: Bis auf Weiteres wird Dr. Tosse der Kranoldpraxis als Urlaubsvertretung zur Verfügung stehen, ein Wiedersehen ist also gut möglich.

Verstärkung ab Juni 2020
Die Lücke, die Dr. Tosse hinterlässt, kann glücklicherweise adäquat gefüllt werden. Ab dem 1. Juni wird Juliane Gonzaga Silveira, Fachärztin für Innere Medizin mit Zusatzbezeichnung Notfallmedizin, unser Team verstärken. Sie war 15 Jahre lang in den DRK Kliniken Berlin Westend tätig, bis 2014 mit den Schwerpunkten Gastroenterologie und Sonografie sowie Notarzt-Tätigkeit, danach als Oberärztin der Rettungsstelle.

Zudem wird Dr. med. Michel de Rocco, Facharzt für Innere Medizin, ebenfalls ab Anfang Juni für unsere Patienten da sein. Auch er wirkte in den letzten zwölf Jahren an den DRK Kliniken Berlin Westend, zunächst in der Klinik für Gastroenterologie und seit 2018 als Funktionsoberarzt der Klinik für Kardiologie.

Cornelius Steffens ist weiterhin für unsere Patienten da, wird sich aber ab Juni zunächst auf die privatärztliche Versorgung konzentrieren.

Neuartige „Impfung“ gegen hohen Cholesterinspiegel vor Marktzulassung

Der Lipidsenker Inclisiran scheint den LDL-Cholesterinwert – bei halbjährlicher Injektion – um fast die Hälfte absenken zu können, wie drei neue Studien belegen.

Auch wenn die Aussagekraft des Cholesteringehalts im Blut unter Herzforschern keineswegs unumstritten ist, herrscht doch weitgehend Einigkeit darüber, dass das „schlechte“ LDL-Cholesterin Arteriosklerose befördert, während das „gute“ HDL-Cholesterin selbiger entgegenwirkt. Dementsprechend stellt die Absenkung eines hohen LDL-Cholesterinwerts eine Herzinfarkt-Präventionsmaßnahme dar.

„Das Mittel der Wahl, um hohe LDL-Cholesterinwerte abzusenken, sind Statine. Doch diese medikamentöse Therapie hat ihre Grenzen, denn die Dosis kann oftmals nicht so weit erhöht werden, wie es nötig wäre, um den Wert in den ‚grünen Bereich‘ zu bringen“, erläutert der Kardiologe und Internist Dr. Rüdiger Zorn von der Kranoldpraxis in Berlin-Lichterfelde.

Für die betroffenen Patienten gibt es jedoch Licht am Horizont: Der am Enzym PCSK9 ansetzende Lipidsenker Inclisiran kann den LDL-Cholesterinwert bei halbjährlicher Injektion – nach Art einer Impfung, auch wenn der Wirkmechanismus ein anderer ist – offenbar um nahezu die Hälfte absenken. Zu diesem Schluss kamen die drei Studien ORION-9, -10 und -11, deren Ergebnisse im vergangenen Jahr vorgestellt und nun veröffentlicht wurden.

Weitere Studie läuft, Zulassung beantragt
Alle Probanden der drei Studien wurden bereits mit Statinen behandelt, wiesen aber dennoch einen hohen LDL-Cholesterinwert auf. Die Forscher versorgten nun jeweils eine Patientengruppe mit Inclisiran, während eine Kontrollgruppe ein Placebo erhielt. Vorab: Nebenwirkungen von Inclisiran wurden nicht registriert, lediglich die Injektionen führten bisweilen zu leichten Irritationen an der Einstichstelle.

Der beobachtete Effekt war beträchtlich: In der ORION-9-Studie (482 Probanden) wurde nach 17 Monaten ein Rückgang des LDL-Cholesterins um 40 Prozent festgestellt, während der Wert in der Kontrollgruppe um durchschnittlich 8 Prozent angestiegen war; die ORION-10-Studie (1.561 Probanden) verzeichnete im Vergleich zur Placebogruppe eine LDL-Cholesterin-Abnahme um 52 Prozent; bei ORION-11 (1.617 Probanden) betrug die Differenz 50 Prozent.

Diese Ergebnisse belegen den Nutzen der Inclisiran-„Impfung“ eindeutig. Das Marktzulassungsverfahren für den Wirkstoff wurde daher bereits initiiert. Inwieweit die LDL-Cholesterin-Absenkung auch wirklich zu einer verminderten Sterblichkeit führt, wird aktuell noch im Rahmen der ORION-4-Studie untersucht. Deren Resultate dürften 2024 vorliegen.